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Rückkehr nach neun Jahren

von Uwe (01.11.2017)


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Den umgebauten Hafen Formenteras kannte ich noch von meinem letzten Besuch. Klar, dass man sich hier vergrößern musste. Der Massentourismus wäre sonst nicht mehr zu bewältigen gewesen. Ich finde, das Gebäude mit seinen tiefblauen Säulen, dem geschwungenem Dach und reichlich Glas passt gut hierher. Der Innenbereich ist hell, sauber und funktional gehalten.

Formenteras Hafen


Für die kommenden neun Tage wohne ich ziemlich genau im Zentrum der Insel, in San Fernando. Später erfahre ich von einer Frau, die für fünf Wochen auf Formentera war, dass bis Anfang Oktober noch reichlich was los war. Nun, so scheint es, haben sich die Sommmertouristen verzogen. Die Straßen sind weitgehend leer, und wenn man sich nicht gerade am Wochenende im bei Tagesausflüglern aus Ibiza so beliebten Illetes-Strand aufhält, begegnet man einer überschaubaren Menge an Urlaubern.

Das erste Bier gibt's im Centro, dem Café auf dem Kirchplatz in San Francisco. Das Estrella hat dem San Miguel den Rang abgelaufen - Geschmacksache. Dann geht's raus aus der Inselhauptstadt Richtung Cap de Barbaría, meine Lieblingsgegend. Zwei Handvoll Touristen warten auf den Sonnenuntergang, ein Pärchen schießt ein Selfie.

Beliebt bei Selfie-Jägern: die "Aussichtsplattform" des Cap de Barbaría.


Der Eingang zur Grotte ist längst kein Geheimnis mehr, sondern inzwischen eingezäunt und ausgeschildert. Apropos Selfie bzw. Smartphone: Das ist der erste Urlaub ohne Roamingkosten. Man hat dasselbe Telefonie- und Datenkontingent wie zu Hause zur Verfügung, was Fluch und Segen gleichzeitig ist. Grundsätzlich aber eine sehr gute und logische Entwicklung. Was mir beim ersten Telefonat am frühen Abend nach Hause auffällt: Es ist länger hell auf der Insel als daheim, fast eine Stunde. Nachdem die Sonne ins Meer geplumpst ist, wird es aber recht zügig duster.

Sonnenuntergang am Cap.


Auf dem Rückweg nach San Fernando lege ich einen Halt am Stadion des SD Formentera ein. Der Fußballklub der Insel hat eine aufregende Woche vor sich. In einer knappen Woche gastiert im spanischen Pokal, dem Copa del Rey, Erstligist Athletic Bilbao auf der Insel, drei Tage später Ligaprimus Real Mallorca. Das Hämmern im Stadion hört man schon von Weitem. Extra für diese beiden Begegnungen hat der Drittliga-Aufsteiger zusätzliche Tribünen und Flutlichter installieren lassen, um das Fassungsvermögen von etwa 750 auf knapp 3000 in die Höhe zu schrauben und die Beleuchtung beim Abendspiel gegen Bilbao zu verbessern. Die Kosten von 85.000 Euro (vor Steuern) übernimmt der Inselrat. Das ist viel Geld, und demzufolge können sich nicht alle Insulander damit anfreunden. Aber der Bürgermeister ist ein großer Fußballfan, und so verwundert es nicht, dass der SD Formentera hier großzügig bezuschusst wurde.



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