Login   Hilfe
 
 

Hierbas - "Salud!" mit 17 Inselkräutern

von Uwe (15.02.2000)





Das flüssige Gold der Insel...

Schmatzend wird der dickflüssige Kräuterlikör begutachtet. "Selbst gemacht", flüstert der Gastgeber und heischt ein Urteil. Die Ibizenkos und Formenters sind stolz auf ihren Verdauungslikör, dem zu späterer Stunde dann auch noch augenzwinkernd Steigerung der Potenz zugeschrieben wird. Man habe schon das richtige Pflänzchen gefunden...
Es schwingt immer etwas Geheimnisvolles um den bittersüßen "hierbas", um Geheimrezepte und besondere Heilungserfolge. In manchen kleinen Geschäften mit einer versteckten Privatdestillerie wird noch die Flasche in Zeitungspapier gewickelt und verstohlen über den Ladentisch gereicht. Nur die Grundbestandteile verraten die Kräuterweiblein und ihre eingeweihten Männer: mit Anisöl durchsetzter Alkohol als Basis, Rosmarin, manchmal Thymian sowie Schalen von Zitronen und Orangen für den Geschmack und die Wirkung. Alles andere fällt unter Etcetera.

Bei allem Lächeln über die Geheimniskrämerei, die Kräuter der Pityusen können wirklich Leiden heilen: Bergminze ist gut bei Magen- und Darmbeschwerden, bei Gallenleiden die Immortelle, der Saft wilder Artischocken senkt den Cholesterinspiegel, Thymian lindert den Husten, die ätherischen Öle des Rosmarins sind gut gegen Rheuma und Nervenschmerzen.

Vor mehr als 100 Jahren begann die Familie Mari Mayans aus dem Örtchen Puig d'en Valls, nördlich von Eivissa, die Rezepte zu sammeln, die Wirkung der Kräuter zu studieren und ein Produkt zu kreieren, das inzwischen zur unübersehbaren Marke wurde, weil überall auf großen Plakaten geworben wird: "Hierbas Ibicencas". Die Blätter, Früchte oder Samen von 17 Pflanzen geben das immer gleichbleibende Aroma und die mindestens verdauungsfördernde Wirkung. Außer Rosmarin und kopfigem Thymian enthält der Likör auch die Wirkstoffe der Wacholderbeeren sowie Bergminze und Anis. Wichtig für ein immer gleichbleibendes Produkt, so einer der Inhaber, Juan Mari Mayans beim Besuch der am Ortsrand liegenden Destille, sei die Behandlung bzw. Extraktion jeder einzelnen Pflanzensorte, die nur so die Reinheit des Aromas erhalte. Erst wenn die spezifischen Aromastoffe und ätherischen Öle auf ihre Qualität geprüft sind, darf die Mischung angesetzt werden.

Der Alkohol wird durch Destillation von ausgesuchten Weinen und Melasse gewonnen, 30 Prozent enthält der Kräuterlikör. Auf einen Liter kommen dann 160 Gramm Zucker, aufgefüllt wird mit demineralisiertem Wasser, dessen Reinheit und ph-Wert im fabrikeigenen Labor ständig kontrolliert werden.

© beim Verlag Quentin Kulmbach

Hierbas, das Allheilmittel

 
 

  zurück   zum Seitenanfang   Seite ausdrucken   Seite empfehlen