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Heilige Eidechsen

von Uwe (05.10.1998)





Formenterensische Eidechse. Foto: Stefanie Jeske.
Vor einigen Jahren fand ein Sammler besonderen Gefallen an den schönen und seltenen Eidechsen Formenteras. Er packte an die 50 Exemplare in eine eigens dafür präparierte Holzschatulle, klappte den Deckel zu und machte sich nach einigen sonnigen Urlaubstagen auf den Nachhauseweg. Die Schatulle hatte er in seinen Koffer gepackt und mit mehreren Handtüchtern sorgsam versteckt.

Wenn die spanischen Zollbeamten ansonsten recht nachlässig arbeiten, hier hatten sie einen Riecher. Der Sammler mußte seinen Koffer öffnen, und staunte nicht schlecht: Nicht nur, daß ihm eine saftige Geldbuße, eine wirklich exorbitant hohe Summe, aufgebrummt wurde. Nein, er, der eigentlich bald schon daheim sein wollte, mußte auch dafür sorgen, daß die Eidechsen genau dort wieder ausgesetzt wurden, wo er sie gefangen hatte. Was dem Inder die Kuh, scheint dem Formenterenser die Eidechse zu sein. Mit einigen Naturschützern im Schlepptau machte er sich u. a. auf den weiten Weg bis an den äußersten Westen der Insel, zum Cap de Barbaria, um die Eidechsen wieder an ihren angestammten Platz zurückzubringen. Nicht das erste Mal, daß Formenteras Naturschützer zeigten, wie unerbittlich sie gegen Umweltsünder jeglicher Art vorgehen; zu Recht, denn der Insel größtes Kapital ist ihre Natur, und das soll auch so bleiben.

Diese Geschichte erzählte mir Felix (vom Bon y Sol) im Herbst '97.

 
 

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