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Nächtlicher Trip zum Mola-Leuchtturm

von Alexander Eichler (20.02.1999)





Man nehme eine sternklare Nacht, ein Fahrrad (man erlebt alles intensiver), evtl. Badesachen für den folgenden Tag und etwas Warmes zum Anziehen, denn auf der Mola kann es auch im Hochsommer nachts empfindlich kühl werden. Abfahrtzeit nach Lust und Laune, Hauptsache, es ist am Leuchtturm noch tiefe Nacht. Also, auf geht’s zu nachtschlafender Zeit!

Erstmal gilt es, die Steigung zur Mola hoch zu meistern. Manch einer wird da schieben müssen, macht aber fast gar nichts. Irgendwann geht es mal wieder leicht bergab, und da taucht auch schon der erste Leuchtturmfinger in der Ferne auf. Später werden es zwei, dann vier, acht, usw. Am Ziel angekommen, steht man unter lauter kreisenden Lichtkegeln, wie in einer riesigen Zirkuskuppel. Dazu der imposante Sternenhimmel. Man glaubt, in einem Science-Fiction-Film zu sein, wofür natürlich der Gedenkstein an Jules Verne beste Staffage ist. Alles eingebettet in eine geradezu klösterliche Ruhe, sofern keine Schickimickis im Pkw mit Discodröhnung aufkreuzen. Nachdem man sich von dem Anblick gelöst hat, könnte man eine Flasche Wein öffnen und auf den Sonnenaufgang warten. In illustrer Runde kann man auch Wetten darauf abschließen, wann die Sonne aufgeht. Wer zeitmäßig am weitesten danebenliegt, muß später 'ne Runde ausgeben. Im Hochsommer geht sie so ungefähr um halb sieben auf, glaub ich. Imposant ist ein Sonnenaufgang im Sommer selten, aber wenn man schon mal da ist...

Dann geht’s zurück, aber nur bis zum Mirador. Von dem zu dieser Tageszeit noch menschenleeren Ausflugsrestaurant läßt sich so richtig die Aussicht auf die untere Hälfte Formenteras genießen. Dazu noch etwas Ziegenkäse mit Feigen, hmmm . . . Man tut gut daran, gleich zu zahlen, damit man sofort die Flatter machen kann, wenn die ersten Ausflugsbusse anrollen. Bitte, bitte: Ganz vorsichtig bei der Serpentinenabfahrt! Hier hat es schon ganz böse Unfälle gegeben, meist durch Selbstüberschätzung. Sofern man Badesachen mit hat, haut man sich in den Sand von Es Caló, gibt dem Verlierer der Sonnenaufgangswette Gelegenheit, an einer Strandbude (sofern schon offen) seine Wettschulden zu begleichen und läßt die Seele baumeln.

Formentera – ich liebe Dich!

 
 

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