DIARIO (12.08.2011): +++ S.O.S Posidonia !!!! +++

Neuigkeiten von und über Formentera

DIARIO (12.08.2011): +++ S.O.S Posidonia !!!! +++

Beitragvon akkku » 12.08.2011, 13:29

hier mal etwas ausführlicher der neueste Stand in Sachen Neptungras:

+++ VERSCHWINDET DIE POSIDONIA ? +++

Formenteras Posidoniawiesen sind in akuter Gefahr. Der massive Ansturm von Yachten, die im Naturschutzgebiet ankern, zerstört dieses einzigartige Meeresgewächs, dass u.a. auch für die extreme Sauberkeit und Klarheit der Gewässer um Formentera verantwortlich ist. Das haben Meeresforscher um die Wissenschaftler Duarte und Manu San Felix jetzt anhand erschreckender Bilder im Diario gezeigt.

Im Laufe des Sommers ankern 1000nde Schiffe über den seit 1999 als Weltkulturerbe geltenden Posidoniawiesen.
Ein einziges Schiff kann innerhalb eines Tages mit seinem Anker einen Hektar Posidoniawiese verwüsten. Meeresschützer fürchten jetzt, dass die Formentera-Posidonia in 3 oder 4 Jahren irreparabel zerstört sein wird. Die Schiffe werfen ihre Anker obwohl es eigentlich im Naturschutzgebiet streng verboten ist und nur –wenn überhaupt- über Sandflächen geankert werden darf. Ganze Fussballfelder an Neptungras werden durch die Anker, die den Meeresboden durchpflügen herausgerissen. Außerdem zerstören die am Boden scheuernden Ankerketten weitere Flächen.

In den letzten 10 Jahren sei die Posidonia zwischen Punta Pedrera und Espalmador schon um 30% bis 40% Prozent reduziert worden. Jetzt sei man kurz vor dem point-of.no-return.

+++ DAS PROBLEM MIT (RIESEN)YACHTEN +++

Speziell die Yacht Turama mit mehr als 100 m Länge wurde von Meeresbiologen als Einzelbeispiel verfolgt, als sie am 26 bis 27 Juli vor dem Illetas ankerte. Der Halbtonnen-Anker des Schiffes mit mehr als 2 m Länge zerstörte innerhalb weniger Minuten durch Herausreissen der Wurzeln die Pflanzungen, deren Wachstum hunderte Jahre gedauert hatte. Alleine die Turama zerstörte so 10.000 qm in einem Tag. Die Zahl ergibt sich durch Sat-Aufnahmen, die die Zerstörung durch Schlingern und Bewegung von Anker- und Ankerkette nachvollziehbar machen.
Kleinere Schiffe richten zwar weniger Schaden an, allerdings gibt es von diesen auch viel mehr und auch ein Schiff mit nur 10 m Länge richtet durch die Länge der Ankerketten immensen Schaden an.

Meereschützer nennen das Kind beim Namen und bezeichnen die Lage „als eine untolerierbare Aggression gegen die Natur“ und prangern ganz explizit „die großen Yachten der Millionäre und Promis“ die nach Formentera hinübersetzen als Verursacher an. „Die Behörden schlafen bzw sind nachlässig.“ Ein einziger zerstörter Hektar Posidonia benötigt 300 Jahre um wieder neu zu wachsen. Ökobojen seien der einzige Ausweg. Außerdem müsse man die Menschen über die Problematik des Ankerns aufklären. Wenn Yachtbesitzer wüssten, was sie anrichten, dann würden sie auch nicht über den Wiesen ankern. Alle Bewohner Formenteras (und Ibizas) müssten helfen die besucher zu sensibilisieren.

Ein Hektar Posidonia bindet soviel CO2 wie 5 Hektar Amazonas Regenwald. Posidonia gilt als das ältetste Lebewesen der Welt, mit Klonabkömmlingen, die bis zu mehreren 10.000 Jahre alt sein können.

+++ VIDEO ZUR MEERESBODENZERSTÖRUNG +++

Posidonia schwer durch illegalen Anker geschädigt

+++ INSELREGIERUNG ENTSETZT +++

Formenteras Inselregierung hat ihrem Entsetzen über die schrecklichen Bilder vom Meeresboden Formenteras Ausdruck verliehen. Der Meeresbiologe Manu San Felix hatte im Diario de Ibiza Fotos und Videos veröffentlicht und die durch die vor Formentera im Augenblick ankernden Yachten angerichteten Schäden an den geschützen Posidonawiesen aufgedeckt. „im Augenblick herrscht eine absolut chaotische Situation. Jeder ankert wo er will. Keiner fühlt sich zuständig. Die Balearenregierung muss dringend eingreifen um die Schiffe zu kontrollieren. Die Inselregierung allein kann diese Aufgabe nicht schultern.“ In einem Treffen mit Balearenregierungsvertretern will Formenteras Inselrätin für Umwelt jetzt den beklagenswerten Zustand des Weltkulturerbes Posidoniawiesen zur Sprache bringen.

Dass die Öko-Bojen dieses Jahr, im Gegensatz zu den vergangenen fünf, nicht installiert worden seien, sei wahrscheinlich auf fehlende Budgets zurückzuführen, die Inselregierung habe aber zu diesem Thema keinerlei offizielle Antwort der Balearenregierung erhalten.

Die Inselregierung hat jetzt die Hilfe der Guardia Civil angefordert, die mit ihrer GEAS-Einheit (Tauchergruppe) den Meeresgrund in Augenschein nehmen soll und die Schiffe, die über Posidoniawiesen ankern aufspüren soll.

Schiffe vor Illetas

+++ REAKTION DER BALEARENREGIERUNG +++

Das Umweltministerium der Balearen hat gestern verlauten lassen, dass der mangelnde Schutz für die Posidonia-Wiesen die Folge von leeren Kassen sei, die es unmöglich machen, dass im Naturschutzgebiet das nötige Überwachungspersonal eingesetzt werde.

Man müsse sich –so der Umweltminister- eben entscheiden „ob man für das Geld z.B. Flugzeuge für den Krankentransport zwischen Ibiza und Palma oder Park-Ranger einkaufe. Natürlich hätte man am liebsten einen Wachmann hinter jedem Schiff, aber ich würde auch gern für Barcelona spielen“

Die Ökobojen würden noch installiert, aber leider habe die Vorgängerregierung die Ausschreibung des Projekts für das laufende Jahr verschleppt. Man hoffe auf Installierung ab Mitte August. Denn zum Nichtstun sei es zu spät. Im kommenden Jahr müsse man dann die Fristen einhalten um von Beginn des Jahres an gewappnet zu sein und die Alternativ-Ankermöglichkeiten anbieten zu können. Ad hoc könne man den Yaxchtbesitzern nur ans Herz legen über Sandflächen zu ankern und nicht über Neptungras.

Auf die Frage ob man den die Eigner der Turuma denn belangene werde, entgegnete der Umweltminister „nur weil die Presse etwas schreibt, werde man nicht sofort in Aktionismus verfallen. Wir haben es notiert und es wird ein Gutachten geben.“

+++ FOTOGALERIE ZERSTÖRUNG +++

Fotos der Schäden

+++ REAKTION DER OPPOSITION +++

Formenteras Oppositionspartei PP warf der Inselregierung vor die Schuld einseitig auf die Balearenregierung zu schieben. Die Inselregierung sei sehr wohl in der Administrationskörperschaft des Naturparks vertreten. Außerdem würden ja auch die Mautgebühren von der inselregierung eingetrieben. Wenn man also diese „Machtbefugnis“ habe, warum dann nicht die über die Bojen bzw Kontrolle der Schiffsparkplätze.

Alle Oppositionsparteien (PP, GUIF, PSOE) sind sich einig, dass die Zerstörung der posidonia auch eine nachhaltige Störung des Tourismus bedeuten würde. Die Regulierung der Ankermöglichkeiten sei eine der dringendsten Angelegenheiten Formenteras.

+++ REAKTION NATURSCHÜTZER +++

Die Meereschutzorganisation Oceana Europa, die größte Meeresschutzgruppe der Welt, hat verlauten lassen, dass man beeindruckt sei von den Bildern die Manu San Felix vom Meeresboden gemacht hat. Man „könne kaum glauben, welche Schäden entstanden seien. Es sei erstaunlich, dass man drastisch werden müsse, um die Behörden von der Notwendigkeit des Schutzes zu überzeugen.“

(Quellen: Diario de Ibiza 11./12.08.2011)

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Beitragvon ghekko » 12.08.2011, 14:18

Danke akkku, für die Übersetzung.

Unglaublich, erst werden Ressourcen für den Bau dieser perversen, schwimmenden Wohnzimmer vergeudet, dann verbrennen die meistens noch Schweröl oder Diesel in Massen und am Ende zerpflügen die noch den Meeresboden, nur um ihre Botocs- und Silikonkörper zur Schau zu stellen. Ich könnte kotzen.
Zuletzt geändert von ghekko am 13.08.2011, 8:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Tina C » 12.08.2011, 15:18

Ich bin sprachlos und total traurig. :cry: Hoffentlich waren mal ein paar Leute auf und es wird schnell was dagegen getan.
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Beitragvon uli » 13.08.2011, 0:30

Eine echte Sauerei - aber eine Folge der Tourismus-Politik der Insel "Regierung", AAA-Rating-Touris auf bzw. an die Insel zu bekommen. Für unterirdische Parkings (Es Pujols) ist Kohle genug da - auch für grenzwertige Strassenbeleuchtungen z.B. in Es Calo...
Eins ist sicher - wenn das so weitergeht, wird in ein paar Jahren die Wasserqualität um F. nicht mehr die sein, die sie heute noch ist.

Hier wird zu Lasten der Zukunft der Insulaner - noch schnell Kohle gemacht, pervers auch der Zubringerbootsshuttle von den Yachten zum zB. Tiburon oder anderen "Hotspots" am Illetes und anderswo!
Solln se doch dahin schwimmen oder rudern - aber da fehlts dann wohl an der Feinmotorik...

Bin wirklich sauer über dieses ignorante Verhalten der A, B, C - Möchtegernpromis!

Schönen Sonntag trotzdem

Ulli
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Beitragvon akkku » 15.08.2011, 12:28

+++ KÜNSTLERISCHER VOLKSZORN +++

Die große Posidonia Skulptur im neuen Kreise am Krankenhaus wurde gestern “geschändet”. Naja also jedenfalls „verändert“. Über Nacht legten Unbekannte dort einen 5m großen blutigen Anker mit der Kondolenz-Inschrift" R.I.P. Posidonia" ab.

Aaron Keydar, der Künstler, der die Skulptur geschaffen hat, gab an, dass er findet, dass die anonyme Tat seiner Skulptur Leben einhaucht und sie thematisch mit dem derzeitigen Inselgeschehen verknüpft.

Blutiger Anker 1

Blutiger Anker 2

Heute um 13:00 ist eine große Demo für den Erhalt der Posidonia bzw. gegen die Zerstörung vor dem Rathaus.

+++ BESTANDSAUFNAHME DER SCHÄDEN +++

¬Die Meeresschutzorganisation Oceana ist mit dem Forschungsschiff “Oceana Ranger” derzeit vor Formentera unterwegs um die Schäden an den Posidonia-Seegraswiesen genauer zu unetrsuchen. In der unter strengstem Schutzstatut stehenden Gebiet vor Es Calo de s´Oli wo derzeit gut 30 Schiffe ankern, entstehen im Augenblick nach Ansicht der Forscher Schäden, die größer sind als die „normalen“ Schäden der vergangen Jahre. Noch immer sei die Posidoniafläche groß, aber es seien mehr und mehr weiße Flecken zu sehen, an den en nichts mehr wächst. Außerdem würden viele ausgerissene –noch grüne- Büschel im Wasser schwimmen, was auf kürzliche Zerstörung hindeutet.

Taucher, die weitere Untersuchungen durchführen, berichteten von mehreren Ankern auf den Neptungrasflächen und dort wo über Sand geankert würde, würden die Ankerketten meterlang durch die Seegraswiesen scheuern. Die Sitaution sei besorgnisserregend. Was Oceana am meisten erstaunt ist, dass das Ankern über Posidonia ja schon jetzt per Gesetz streng verboten ist, aber keiner das gesetzt durchzusetzen scheint.

+++ RATHAUS SAUER +++

Formenteras Umweltratsherrin Tur hat die Äußerungen des balearischen Umweltministers Compnay scharf zurückgewiesen und als Geringschätzung der Natur und des Tourismuses Formenteras eingestuft. Company hatte gesagt, dass „Nicht-Ankern über Posidonia nur eine Empfehlung sei. Wer sich dran hält macht es, wer nicht eben nicht“. Außerdem hatte er hinzugefügt (s.o.): „Am liebsten hätten wir doch einen Wache hinter jedem Boot. Ich würde auch gerne für Barcelona spielen“ Formenteras Rathaus stufte die Bemerkungen las geschmacklos ein. Sie würden nur zeigen, wie wenig Ahnung der Politiker von seinem Fachbereich habe.

Der Meeresbiologe Manu San Felix sagte über Companys Äußerungen: „Diese Worte spiegeln eine absolute Unwissenheit wieder. Eine Geringschätzung Formenteras und mangelndes Wissen über das Weltkulturerbe.“

+++ YACHTSTRAFE +++

Das Rathaus prüft derzeit, ob man Klage gegen die Turama einreicht.

+++ ILLETAS-GASTRONOMEN WEHREN SICH +++

Der Besitzer/ Geschäftsführer des Restaurants “Juan y Andrea” am Illetas hat davor gewarnt, die Schuld an der Posidoniazerstörung den Yachtbesitzern zu geben. Schon jetzt habe es aufgeregte Anrufe von Hotlebesitzern und Yachtvermietern aus Ibiza gegeben, die glauben, dass dieses Art der Polemik ein schlechtes Licht auf einen Art von Tourismus wirft, die die Inseln wollen und der viel Geld einbringt.

Diejenigen , die behaupten würden, dass nur 4 Restaurants am Illetas von den Yachten profitieren würden, würden vergessen, dass diese Restaurants immerhin 150 Arbeitsplätze geschaffen hätten und die meisten der Lieferanten von Formentera kämen. Für „Juan y Andrea“ seien das immerhin 5000 Euro täglich an eingekauftem Warenwert. Die behörden müssten die Yachtbesitzer informieren. Außerdem seien 250 Ökobojen nicht genug. Mindestens 500 seien im Nordwesten der Insel nötig.

Der Besitzer des „Es Ministre“, das ältesten Lokals am Illetas, das vor mehr als 40 Jahren öffnete, sagte: „Ich habe die Bilder der Zerstörung zwar nicht gesehen, aber es kann nicht gegen den Tourismus Stimmung gemacht werden.“ Er ist auch gegen Ökobojen. Besser wäre es „wenn die Yachten ganz nahe am Ufer ankern würden, denn da wären ja Sandstellen.“ Es sei ja ein Widerspruch die „Bojen in 200 m Entfernung einzurichten. Da ist ja die Posidonia“.

hehe...schon klar, dass der will, dass die Schiffe näher am Ufer ankern ;-))))

+++ PP WIEGELT AB +++

Formenteras oppositionelle PP hat vor Panikmache wegen der Posidonia gewarnt. Die inselregierung würde nur Negativ-Schlagzeilen produzieren. Man dürfe nicht in populistischen Aktionismus verfallen und jetzt einzelne Yachtbesitzer bestrafen. Außerdem sei der Illetas laut Naturschutzgesetz über Sandflächen zum Ankern freigegeben.Man müsse eben die Hinweise verbessern, so dass die Schiffsbesitzer Bescheid wüssten. Das sei ganz einfach und weit weniger Aufwand als Ökobojen zu setzen.

Die Inselregierung würde hinter dem Rücken der Opposition geheimnistuerisch handeln. Den Plan zum Projekt der Ökobojen habe man immer noch nicht zu Gesicht bekommen. Die Inselregierung würde einen Radikalismus an den Tag legen, der den Tourismus beschädigt, weil Yachtbesitzer bald das Gefühl hätten auf Formentera nicht mehr willkommen zu sein.

In Bezug auf die Restaurants am Illetas sagte der Sprecher der PP: „man muss eben einen Ausgleich zwischen dem Erhalt der Natur und den sozialen und wirtschaftlkichen Interessen der Insel finden.“ Die Ankerplätze am Illetas zögen eine große Zahl von Qualitätstouristen an, die dann bei späteren Aufenthalten Hotels der insel buchen würden.

+++ VOLKES STIMME +++

Das Thema Posidonia beschäftigt die Insel: Es gibt zahlreiche Leserbriefe zum Thema, die zwischen Polemik für oder gegen die Inselregierung, Opposition, Illetas-Restaurants etc schwanken. Hier ein Ausschnitt aus einem, der das Thema aufgreift:

„Das Problem mit dem Ankern der Yachten ist nicht nur die Zerstörung der Seegraswiesen, die unser Wasser so kristallklar halten, nein es geht auch um die Abfälle, die von den Schiffen einfach ins Meer geschüttet werden und die Unannehmlichkeiten für Schwimmer. Wenige halten sich an den 200 m Abstand zum Meer, sondern fahren mit Schiffen oder Jetskis in die Badezonen hinein. Das ganze möglichst bei voll aufgedrehter Musik. An die, die am Strand einen schönen Tag genießen wollen dankt da keiner.

Und Geld lassen sie auch keins da. Sie gehen nicht in den Supermarkt, mieten keine Fahrzeuge, kaufen nicht in den Geschäften ein und zahlen natürlich auch keine Mautgebühr für das Naturschutzgebiet. Nur die 4 Schickimicki-Strandrestaurants verdienen kräftig an ihnen, die um ehrlich zu sein, nicht gerade wegen ihrer guten Küche bekannt sind.“

(Quellen: Diario de Ibiza / Ultima Hora de Ibiza y Formentera 13.-15.08.2011)

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Beitragvon pitrata » 15.08.2011, 14:58

Das ist mal wieder Info ! Andere Foren und Facebook können hier das Wasser nicht reichen.

Danke Akkku !
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Beitragvon Uwe » 15.08.2011, 16:03

Bleib bitte dran an diesem Thema, akkku. Danke für Deine Arbeit!

Formenteras Umweltratsherrin Tur hat die Äußerungen des balearischen Umweltministers Compnay scharf zurückgewiesen und als Geringschätzung der Natur und des Tourismuses Formenteras eingestuft.

Recht hat sie.
Zuletzt geändert von Uwe am 15.08.2011, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Chap » 15.08.2011, 21:40

Hey, Leute. Können wir uns die Tage mal zusammentun und unterwassertechnisch was gegen diese Monster unternehmen?!!!
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Beitragvon Uwe » 15.08.2011, 22:11

Auf dieser deutschsprachigen Website gibt's einige interessante Infos. Aufhänger ist die geplante Erweiterung des Hafens von Ibiza - Kostenpunkt: 116 Mio. Euro.

Die spanische Regierung bringt das größte Lebewesen der Welt in Gefahr: ein Exemplar des Neptunsgrases (Posidonia oceanica), das 100.000 Jahre alt ist und eine Ausdehnung von 8 Kilometern hat

http://www.gengob.org/campportnode.php
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Beitragvon akkku » 16.08.2011, 23:37

Uwe:
Bleib bitte dran an diesem Thema, akkku.
.............???

+++ DEMO FÜR DAS SEEGRAS +++

Mehr als 300 Menschen sind gestern dem Aufruf der Umweltgruppe -Achtung Wortspiel- “Rescat Immediat Posidonia” (RIP) gefolgt und haben in sengender Hitze auf dem Kirchplatz in San Francisco gegen die Zerstörung der Seegraswiesen protestiert. Dabei wurde -um den Rettungscharakter der Aktion zu versinnbildlichen- vom Hochsitz eines Rettungsschwimmers, das Manifest “Schluß mit dem illegalen Ankern und der Zerstörung unseres Meeresbodens” verlesen.

Betont wurde noch einmal, dass das Seewiesengebiet unter UNESCO-Schutz steht und dass auch EU-Regelungen das Gebiet als höchst schützenswerte Zone einstufen und den spanischen Staat verpflichten für deren Schutz zu sorgen. Außerdem wurde noch einmal auf die Wirkung den Nutzen der Posidonia als Sauerstoffspender und CO2-Binder hingewiesen und auf die Wirkung der Neptungrasflächen zur Erhaltung der Strände.

Zuvor hatte ein Trauerzug einen Sarg, geschmückt mit verwelkten Blumen, einem Anker und Blutspritzern auf den Platz getragen. Während der Veranstaltung wurden 527 Uterschriften für einen Appell an Insel- und Balearenregierung gesammelt. Unter den Anwesenden war u.a. auch Ex-Bürgermeister Isidor Torres (PSOE) der sagte, dass der Diario-Artikel ihn wachgerüttelt habe und man mit der Zukunft der Insel spiele. Ein Vertreter der GOB (Kultur- und Umweltschutzorganisation) sagte: Jeder der fürchet, dass der Tourismus durch diese Aktivitäten (Ankerregulierung) verschreckt wird, dem sei gesagt: Der Tourismus verschwindet, wenn es keine Strände gibt, und keine Strände gibt es, wenn die Posidonia verschwindet.” Alle forderten, da die Schäden an den Posidoniaflächen größtenteils irreversibel sind, dass sofort eingegriffen werden müsse, den Verursachern Strafen aufgebrummt werden, das Projekt Ökobojen sofort umgesetzt wird, adminstrative und finanzielle Mittel zur Überwachung zur Verfügung gestellt werden und auch das ablassen von Schmutzwässern (von den Yachten) ins Meer reguliert, überwacht und bestraft wird.

Vertreter aller Parteien waren vor Ort. Während Ratsfrauen und -herren der GxF, einer der PSOE und eine der GUIF das Manifest unterzeichneten, verweigerte der Vorsitzende der Formenterenser PP eine Unterschrift. Man werde kein Dokument unterschreiben, denn man nicht zuvor zugestellt bekommen hätte, sei aber mit der grundsätzlichen Zielrichtung des Manifests einverstanden.
 
Rettet die Posidonia 1

Rettet die Posidonia 2

Rettet die Posidonia 3

Rettet die Posidonia 4

(Quellen: Diario de Ibiza / Ultima Hora de Ibiza y Formentera 16.08.2011)

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Beitragvon peterdiehlformentera » 17.08.2011, 6:17

akkku hat geschrieben:Uwe:
Bleib bitte dran an diesem Thema, akkku.
.............???


;-)))
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Beitragvon pro forma » 17.08.2011, 22:28

"Jeder der fürchtet, dass der Tourismus durch diese Aktivitäten (Ankerregulierung) verschreckt wird, dem sei gesagt: Der Tourismus verschwindet, wenn es keine Strände gibt, und keine Strände gibt es, wenn die Posidonia verschwindet.”

Diese Meinung kann ich voll und "fett unterstreichen".
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Beitragvon akkku » 18.08.2011, 12:18

so ganz komm ich i.A. bei der Artikelflut nicht mit Übersetzen nach: ;-)

Deswegen die Kurzversion:

++ Zur Überwachung werden ab heute 6 Schiffe eingesetzt, immerhin 2 davon vor Formentera (Bahia de s´Alga / Calo de s´Oli) (angesichts der Tatsache, dass vor Mallorca auch nur 3 eingesetzt werden ganz ok) ++

++ Die Guardia Civil patrouliert seit vorgestern die Küsten vor Formentera auf der Suche nach Ankersündern und fängt an Eignern Strafen auzuerlegen. Erste Schiffsbesitzer zeigten sich "erstaunt" ohne Vorwarnung bestraft zu werden. Innerhalb der ersten 3 Tage wurden 8 Strafverfahren eröffnet++

++ Jeder klagt gegen jeden wegen Umweltvergehen bzw macht Eingaben bei Span. Regierung, Balearenregierung UNESCO und EU. ++

++ Nach der Demo / dem Manifest gab es noch ein nächtliche Versammlung. Mehr als 600 Unterschriften wurden gesammelt +++

+++ Das Umweltministerium der Balearen lässt verlauten, dass die Schiff vom 18. August bis 18 September die posidonia-Ankerei überwachen. Yachtbesitzer sollen informiert und das Bewußtsein geschärft werdenn +++

+++ Strafen können zwischen 100 und 450.000 Euro betragen. i.A. wird aber nur die Minimalstrafe verhängt. +++

Quellen: Diario de Ibiza / Ultima Hora de Ibiza y Formentera 17./18. 2011)

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Beitragvon pitrata » 18.08.2011, 13:09

Wie können Bootsbesitzer verwundert sein? In jeder Nautik-Karte sind Verbote aufgeführt. Und die meisten Boote haben GPS Nav mit Karte und UP-Date der neuesten Karten.
Geldstrafe reicht hier nicht- Bootsführerschein einziehen.

Peter

und danke Akkku für deine tolle Übersetzung.
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Beitragvon akkku » 21.08.2011, 13:30

+++ GARDISTEN AUF SCHIFSBESUCH +++

Zwischen "Egal und Nichtwissen" schwankt die Reaktion der Yachtbesitzer, die von der Guardia Civil au ihr illegales Ankern hingewiesen werden.
Während es einigen völlig schnuppe ist was die Beamten ihnen erzählen, zeigen sich andere zumindest interessiert am Thema und geloben Besserung.

Andere geben an, dass sie ja Ökobojen buchen wollten, dann aber keine vorfanden bei ihrer Ankunft und eben gezwungernermaßen trotzdem geankert hätten. Das es Nacht gewesen sei, habe man den Meeresboden nicht sehen können und nicht einschätze können, ob man über Seegraswiesen ankert.

Bei den Aktionen der Guardia Civil werden die Unterlagen der Schiffseigner untersucht, ob über Posidonia geankert wird, ein Taucher der Guardia Spezialeinheit GEAS taucht unter das Schiff macht Fotos des Ankers und des Meeresbodens und das Schiff muss den Ankerplatz sofort verlassen. Danach geht die Anzeiga ans Umweltministerium der Balearen, dass die Strafe festlegt.

+++ LESERBRIEFE +++

...Superxachten bezahlen und rümpfen dann die Nase und machen dann genauso weiter...

...Touristen kommen wegen der tollen Wasserqualität nach Formentera, nicht weil wir so hübsch sind. Die Läden am Illetas scheffeln Geld um es 8mal im Leben auszugeben. Die werden schon nicht Hungers sterben, wenn weniger Yachten kommen. Vielleicht aber schon, wenn noch mehr Yachten kommen...

...wir brauchen keine Touristen wie Euch...Yachtourismus als Tourismus höchster Qualität...fürs Scheiße ins Meer leiten und die Natur zu zerstören? Ihr würdet uns und allen Touristen die unsere tollen Sonnenuntergänge sehen wollen eine Gefallen tun, wenn die Sicht nicht von 800 Schifen versperrt wird...

...Strafen für die einzigen, die der insel was bringen...das ist ein Spielmit dem Feuer...mitlerweile tut man ja alles mögliche um die Yachtbesitzer zu verprellen...

...traurig, dass das Volk Formenteras die PP geführte Balearenregierung auf die Problematik hinweisen muss...traurig auch, dass eine einst so progressive Partei, wie die Formenterenser Sozialisten jetzt mit der PP kräht, einer Partei, die sich nie um den Umweltschutz auf Formentera gekümmert hat....

(Quelle: Diario de Ibiza 20.08.2011)

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