Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Neuigkeiten von und über Formentera

Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon rolf. » 16.08.2016, 1:05

von formentera nach mombasa.

ein düsseldorfer reisekaufmann, spezialisiert auf formentera-reisen, fuhr 1982 von formentera startend, allein mit dem motorrad quer durch afrika. auf endlosen wüstenpisten traf er sogar gelegentlich kollegen – ca. alle drei tage einen. im süden wurde die tour zur tortur und zum kampf gegen moskitos. 12.000 km in 12 wochen.

der stern berichtete damals:

>>das schwerbepackte motorrad kam im weichen sand der wüstenpiste ins schlingern. mein kumpel curney (anmerkung: bis vor kurzem eigentümer der tango plus jetzigem ugly in pujols) versuchte, die maschine mit den füssen abzufangen. vergebens. sein rechtes bein lag eigenartig verrenkt unter 300 kg motorrad.<< so beschreibt bodo reinhardt den anfang seiner motorradtour durch afrika. nach dem ausfall seines freundes schon in algerien – er wird mit doppeltem beinbruch zurück in die heimat geflogen- (anmerkung: alleine diese aktion wäre ein bericht wert gewesen) macht sich der düsseldorfer im sattel seiner yamaha xt500 enduro allein auf den weg. er will von algier nach mombasa. es ging schon in nordafrika abenteuerlich los. selbst in der tiefsten sahara gibt es asphaltierte strassen, doch sind sie häufig mit sand zugeweht. die sandstürme sind die hölle. oft lassen sie b.r. kaum zwanzig meter sicht. auch nachts, wenn er sich direkt neben der piste hinhaut, stürmt es weiter. immer wieder muss er den sand vom schlafsack schütteln, um nicht lebendig begraben zu werden. gefährlich werden ihm auch die lastwagenfahrer in nigeria. neben der strasse liegt alle kilometer ein autowrack. an einem tag muss b.r. dreimal in den strassengraben flüchten, um nicht von einem laster plattgewalzt zu werden. die asphaltstrecken sind dennoch die reinste erholung, verglichen mit den wüsten- und urwaldpisten. da gibt es metertiefe ausspülungen, die nach tropischen regengüssen mit wasser und schlamm gefüllt sind. unmöglich, sie zu umfahren, weil der urwald undurchdringlich ist. ins wasser gesteckte zweige zeigen die furt ans andere ufer. selbst bei 30 grad in der nacht und 100 % luftfeuchtigkeit schläft der deutsche in seiner ledermonitur, stiefel und handschuhe angezogen, den sturzhelm auf. er traut den moskitos nicht auf dem tausende herumwimmeln. immer für eine überraschung gut sind zöllner und polizisten. in nigeria werden die formalitäten von der sekretärin erledigt.während der chef sich das motorrad vorführen lässt. die grenzbeamten in kamerun liegen schon mittags besoffen vor ihrem dienstgebäude. schliesslich muss er sich seine papiere selbst stempeln.ganz anders in zaire. der chef des zolls ist höflich und hilfsbereit. allerdings muss der deutsche den gesamten vorrat an landeswährung springen lassen. dort geniesst auch b.r. die küche einer elsässerin, deren mann aus köln stammt. bei einem italienischen bautrupp gibt es zum abendbrot wein und grappa. in der stadt kinsangani am zaire-fluss übernachtet b.r. im hotel olympia. das, von einem griechischem betreiber, kredenzt ouzo und zaziki mitten im urwald. erstaunlich viele europäer sind in afrika unterwegs. an den wasserfällen von boali trifft er 2 deutsche mit wohnmobil. 12 holländer mit einem umgebauten armee-lastwagen und 16 spanier mit einem alten omnibus.allesamt auf dem treck nach ost- oder südafrika. 4 tage lang lässt sich b.r. fahren, auf dem dampfer „gungu“. oben 2. klasse, unten 3 klasse. im parterre reisen einheimische mit kind und kegel, hühnern, ziegen und vor allem flöhe, moskitos und kakerlaken. das eisgekühlte wasser aus dem 1. klasse-restaurant ist so dreckig, dass der katadyn-filter von b. r. schon nach 2 litern verstopft ist. dieses gerät macht das wasser für europäer überhaupt erst geniessbar. bis zum ziel mombasa , nach 11 wochen fahr- und überlebenszeit, sind es nur noch 1000 kilometer. prima asphalt, nun wirklichkeit kein abenteuer mehr. nach dem verkauf des motorrades in mombasa setzte er sich in einen jumbo und düste in 8 stunden zurück nach düsseldorf.
-- heute vor 19 Jahren starb mein Freund und Geschäftspartner Bodo Reinnhardt --
rolf.
 
Beiträge: 273
Registriert: 25.12.2003, 1:11

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon Bultaco » 16.08.2016, 12:12

Ja , der Bodo
vom Reiseleiter zum Leiter eines Reisebüros .
Viele Kindheits erinnerungen.............
Ich kann mich noch an seine Suterainwohnung in Oberkassel erinnern !
Aber er war spät in Afrika , mein Onkel hat die Tour mit dem Motorad schon Jahrzehnte früher gemacht . :)
Vieleicht wahr das auch der der Auslöser für Bodo ??
So viele "Originale" sind schon von uns gegangen..... :(

So long
Hasta luego
Benutzeravatar
Bultaco
 
Beiträge: 59
Registriert: 27.10.2003, 12:56
Wohnort: Rhein Kreis Neuss

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon pesa1 » 16.08.2016, 21:38

Hallo Rolf,

Bodo war ein Nachbar von mir auf Formentera, meine Finca war in seiner Sichtweite. Wenn mich meine Erinnerungen nicht täuschen, wohnte er damals in einer Finca zwischen der Strasse zum Cap und der, so war der Name damals,
VENDA D'ES PI D'ES CATALA, nicht sehr weit von San Francisco entfernt, mit einer Französin, deren Name mir nicht mehr einfällt, zusammen. Wir sind uns auch mal begegnet, habe aber kein Bild von Dir im Kopf. Ich habe mal mit Uli Teschner zusammengearbeitet, und Kataloge für Euch gemacht, später, viel später, in den 9. zigern. Uli hatte mich auf seinem ersten Formentera Tripp, (Fotografie für euren Katalog), auf Formentera besucht.Ich schweife ab.


Gruss

Peter
pesa1
 
Beiträge: 21
Registriert: 23.07.2016, 12:37

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon rolf. » 17.08.2016, 0:50

Hallo Bultaco. Du kennst diese Wohnung in der Schorlemerstr. in Oberkassel? Tja, da hatte ich vor 32 Jahren bei Bodo mein Vorstellungsgepräch. Vergesse ich deshalb nicht weil er gerade für gerade für Gregory kochte. Sehr unkonventionell

Und Hallo Pesa1. Die Welt scheint klein. Ja, er wohnte u.a. in einer Finca oberhalb vom el sueno, wenn Du die meinst. Das war auch meine Unterkunft in den ersten Jahren. Einfach genial. Mit der Französin könntest Du Francoise meinen, eher aber Daria. Eine Polin, die aber starken französischen Unterton hatte. Und der Uli Teschner: guter Fotograf und ein sehr lustiger Mensch. Nach seinem Wegzug aus Neuss habe ich ihn aus den Augen verloren.

Für Euch beide gilt: bitte schickt mehr Infos von Euch per private Nachricht. Pesa1 hats ja wohl inzwischen gelernt :-) Danke
rolf.
 
Beiträge: 273
Registriert: 25.12.2003, 1:11

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon ArnoNuehm » 19.08.2016, 0:14

ungeachtet aller Szene Größen - "Köln - Formentera" per Serengeti? Wär auch noch mal 'ne Überlegung wert :oops:

Ideen über Ideen, erstmal aber gilt es, erneut zurück zu kommen ...

Bild
Benutzeravatar
ArnoNuehm
 
Beiträge: 557
Registriert: 26.08.2003, 3:19
Wohnort: Köln

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon madotti » 20.08.2016, 0:02

Hola Rolf,

danke für das Einstellen dieser wahnwitzigen, irren, tollen Motorradtour - DIE Geschichte kannte ich noch nicht :-)) Toll!!

Und hilf' mir bitte mal gedanklich auf die Sprünge:
Bodo kannte ich, müsste Dich auch kennen, weiß aber nicht, wo und wie, habe kein Gesicht vor Augen ...

Habe auf der Insel gelebt und gearbeitet von ca. 1976 - 1981 (u.a. im Formentera Playa zwei Jahre, danach für Viajes Cosmelli als Reiseleitung als "unsere Frau auf Formentera"), war gut befreundet mit Marika und Uschi von TRANSAIR) -
1984 habe ich die kleine "Galería" eröffnet, die dann später von Bodo Bitzer und Schoppi übernommen wurde (leider ohne den rechtlich mir zustehenden TRASPASO .....)

Buenas noches,
Marion
Widme Dich der Liebe und dem Kochen mit wagemutiger Sorglosigkeit.
Dalai Lama
Benutzeravatar
madotti
 
Beiträge: 1443
Registriert: 26.08.2003, 3:19
Wohnort: Köln

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon rolf. » 21.08.2016, 1:43

Hallo Marion.
Ich glaube kaum. daß wir uns kennen. Leider! Meine Zeit bei Reinhardt Touristik unter Bodo begann 1985. So weit zurück wie Du komme ich nicht. Aber ich lese sehr gerne deine Beiträge hier.
rolf.
 
Beiträge: 273
Registriert: 25.12.2003, 1:11

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon madotti » 22.08.2016, 16:44

rolf. hat geschrieben:Hallo Marion.
Ich glaube kaum. daß wir uns kennen. Leider! Meine Zeit bei Reinhardt Touristik unter Bodo begann 1985. So weit zurück wie Du komme ich nicht. Aber ich lese sehr gerne deine Beiträge hier.



MUCHAS GRACIAS :) :) :)
Widme Dich der Liebe und dem Kochen mit wagemutiger Sorglosigkeit.
Dalai Lama
Benutzeravatar
madotti
 
Beiträge: 1443
Registriert: 26.08.2003, 3:19
Wohnort: Köln

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon rolf. » 23.08.2016, 0:18

@Marion nochmal.
Hattest Du die Inselgalerie in den 80er, die Lithographien und Radierungen von Julian Asensio, Helmut Potratz, Mogen Egil, Peter Buch, Bella Brisel, etc. ausgestellt hast? Aber bitte, wo war diese Galerie und was ist daraus geworden und warum aufgegeben?
rolf.
 
Beiträge: 273
Registriert: 25.12.2003, 1:11

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon uli » 25.08.2016, 3:03

Moin Rolf -
Marions Gallerie war die Klause, in der Schoppi später jahrelang seine Beton-Skulpturen gebacken hat - Ortsausgang San Francesc linke Seite Richtung La Sabina - steht zum Verkauf...
Saludos
Ulli
Benutzeravatar
uli
 
Beiträge: 1359
Registriert: 26.08.2003, 3:19
Wohnort: BI

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon malpas » 25.08.2016, 14:35

hier Bilder von Mai 2014, es wird wieder gearbeitet in dem Haus:
Bild
BildBild
Bild
Bild
Bild
malpas
 
Beiträge: 31
Registriert: 24.11.2014, 16:12

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon malpas » 25.08.2016, 14:36

hier Bilder von Mai 2014, es wird wieder gearbeitet in dem Haus:
malpas
 
Beiträge: 31
Registriert: 24.11.2014, 16:12

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon madotti » 30.08.2016, 23:36

rolf. hat geschrieben:@Marion nochmal.
Hattest Du die Inselgalerie in den 80er, die Lithographien und Radierungen von Julian Asensio, Helmut Potratz, Mogen Egil, Peter Buch, Bella Brisel, etc. ausgestellt hast? Aber bitte, wo war diese Galerie und was ist daraus geworden und warum aufgegeben?


Hola, Rolf,

JA, das stimmt - und ich kannte Susa Ackermann mit ihrer liebenswerten Galerie auf der Insel (als Begrüßungstrunk gabs immer ein Glas Brunnenwasser mit Pfefferminzblatt:-) - als ich dann Anfang der 80er etwas Geld hatte (und nach einigen Jahren Business weltweit in Sachen Pret-á-Porter-Mode von Barcelona aus keinen Bock mehr auf Schicki-Micki-hohle-Modewelt hatte) weitere Künstler waren u.a. Jean-Jacques Deleval, Jacques Petit-Jean-Boret, Robert Hawkins, Renate Steen, Peter Sander, MO, (etliche Namen werde ich noch ergänzen...), die wunderbaren Skulpturen von Aaron Keydar, Diki,

Die Galerie war anfangs keine Klause, wie Uli schrieb, sondern eine sehr schöne alte Finca (ca.150 qm) mit hohen Decken, alten Balken oben, eine große wunderschöne Sala, dahinter rechts und links zwei schöne große Zimmer, kleine Küche, kein Bad, wunderschöne Veranda und einen Zisterne, die ich sanieren musste (das Haus stand 25 Jahre leer) - hat mich damals viel Überredungskunst gekostet, die große Finca von dem schwerreichem Vermieter (ursprünglich aus Formentera) im Hinterland der Costa Brava zu mieten...... und sie hatte schon damals Strom, was ja für eine Galerie ziemlich wichtig ist - habe das ganze Haus eigenhändig renoviert, professionelle Decken-Strahler-Beleuchtung angebracht, ebenso Profi-Hängungssystem für die Bilder an den Wänden aus Deutschland - auf dem relativ kleinen Grundstück gab es noch eine kleines gemauertes Häuschen, welches ich dann als Werkstatt ausgebaut habe.

Ufff, bin total müde - bin nämlich gerade mitten in Renovierungsarbeiten meiner schönen Altbauwohnung -
Fortsetzung folgt :-)))))

Buenas noches,
Marion
Widme Dich der Liebe und dem Kochen mit wagemutiger Sorglosigkeit.
Dalai Lama
Benutzeravatar
madotti
 
Beiträge: 1443
Registriert: 26.08.2003, 3:19
Wohnort: Köln

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon rolf. » 01.09.2016, 1:31

Dann bist Du wohl , wie ich, im Besitz einer seltenen Gregal-Mappe
rolf.
 
Beiträge: 273
Registriert: 25.12.2003, 1:11

Re: Eine wüste(n) Tour. Von Formentera nach Mombasa.

Beitragvon uli teschner » 27.02.2017, 15:29

Hallo Rolf,
alles klar? Ich denke auch öfter an Bodo. War ein besonderer Mensch.Ich lebe jetzt in Brandenburg an der Havel und betreibe eine Druckwerkstatt in Berlin.
Grüße, Uli
uli teschner
 
Beiträge: 1
Registriert: 27.02.2017, 15:04

Nächste

Zurück zu fonda.de-Forum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste

cron